"Ültje" & "Vom Kleinen und Großen"

Die Ausstellung zur Geschichte Ültje in Emden von Gabi Marks

Von der Firmengründung bis zur Schließung mit dem Titel „Was bleibt ?“ zur Streetart Kunstaktion an der Alten Ültje Fabrik findet noch bis zum ´30.November 2019 in der Galerie Amuthon-Art in der Hammerstraße statt.

Was bleibt?

Es sind 58 großformatige Portraits ehemaliger Mitarbeiter der Firma Ültje geworden die an das Gebäude plakatiert worden sind. Dieses kurze Aufbäumen der Geschichte soll symbolischen Charakter der Vergänglichkeit besitzen. So kann das entstandene von allen Vorbeigehen- und fahrenden wahrgenommen werden. Die Verwitterung der Farben und des Papiers ist dabei gewollt und ein weiteres Zeichen der Vergänglichkeit.

Ültje ist ein Baby der Stadt Emdens. Erfunden von der Familie Russel und gehört zu Emden wie Bahlsen zu Hannover oder der Hafen zu Hamburg.

Ehemalige Arbeiter der Jahre 1949-2000 bekommen noch einmal ein Gesicht und somit eine Stimme für getane Arbeit und ihre eigene Geschichte. Diese poetisch – melancholische Ausstellung soll den nachdenklichen Schlusspunkt setzen und ist so etwas wie eine letzte Verbeugung vor einem Wahrzeichen der Stadt – aber sie weist ebenso hin auf gewollte und ungewollte Wandlungen denen Unternehmer und deren Mitarbeiter unterliegen.

Gabi Marks, Fotografin und Kultur-Sozialarbeiterin hat lange nach einem Projekt gesucht das alles verbindet. Durch Kunst die Wahrnehmung zu verändern im Stilmittel der Streetart denn die urbane Kunst im öffentlichen Raum hat den unkommerziellen Vorteil, dass sie für jedermann zugänglich und sichtbar ist. Sie ist DIE Kunstform unserer Zeit. Sie macht aufmerksam und ist kurzlebig.

Die kleinen und großen Geschichten der ehemaligen Arbeiter, vom Röster, Schlosser über die Laborantin, der Schichtführerin, die Frauen an den Maschinen Dose 1, 2 und 3, bis zum Staplerfahrer und Hilfsarbeiter… alles großartige Menschen. Die Freude der Ostfriesen und Portugiesinnen, dass sich jemand Ihrer Geschichten annimmt. Das Leuchten in ihren Augen wenn sie erzählten von ihrer Arbeit, den Betriebsfesten, dem Zusammenhalt untereinander … und bei allen der Satz: „Ich würde sofort wieder anfangen!“

Für alle die mehr wissen wollen über die Geschichte von Ültje in Emden und ihren Mitarbeitern findet eine begleitende Ausstellung in Galerie Amuthon-Art in der Hammerstraße statt. (Öffnungszeiten: Mo-Don. 11-17 Uhr i.d. Regel auch von Fr.-So. 12-17 Uhr.   Hier ist Bürgerbeteiligung gefragt: Jeder der was zur Geschichte von Ültje beitragen kann, darf sich hier mitteilen in Wort und darf gerne auch Fotos mitbringen. Für eine Publikation im nächsten Jahr werden auch weitere ehemalige Mitarbeiter gesucht.

Neben dem „Ültje“-Projekt wird bis Ende des Jahres auch die Ausstellung: Vom Kleinen und Großen, vom Werden und Vergehen – informelle Arbeiten von Helmut Müller präsentiert.

In der Galerie und in seinen Ateliers sind sehr viele neue Kleinformate und großformatige Werke aus dem aktuellen Jahr 2019 zu sehen. Die Arbeiten zeigen eindrucksvoll die exzessive Arbeits- , Lebens- und Denkweise des Künstlers. Da Helmut Müller sein Atelier kaum verlässt, besteht meistens die Möglichkeit, auch direkt mit ihm in Kontakt zu treten .