Helmut Müller „NÄHE“

Nähe in seinen vielfältigen Formen und Betrachtungsweisen. Nähe kann beglücken, kann aber auch belasten. Nähe wird gesucht oder auch angeordnet. Sie wird genommen und danach gegriffen. Nähe unter Zwang und ohne Wahl. Mentale Nähe oder auch physische Nähe. Visuelle Nähe und akustische Nähe. Nähe zu und zwischen Menschen, Tieren, der Natur. Nähe zur Arbeit und zu Hobbys. Nähe zur Kunst, zum Theater, zur Musik und zum Tanz. Nähe zu den Bergen oder zum Meer. Nähe zwischen Dingen, Formen und Farben. Nähe zwischen Ländern, Kulturen und Religionen. Nähe ist so vielseitig und dynamisch und kann so sensibel sein.

Diese Ausstellung möchte die unterschiedlichsten Situationen und Perspektiven zum Thema NÄHE zeigen. Jedes Werk sollte mit Abstand und auch aus der Nähe betrachtet werden. Man erkennt nebeneinander angeordnete, übereinander gelegte und durch Linien getrennte Farbtöne. Es sind reine Farben, Primärfarben und Mischtöne, dennoch gehört in dieser Gesamtkomposition alles zusammen. Es ergeben sich Formen. Geometrische, runde oder vollkommen freie. Jede Form steht für sich, dennoch ergeben sie eine zusammenhängende Einheit. Auch Figürliches, Pinselstriche, Schattierungen und vieles mehr findet man hier und dort in den Bildern. Visuell wird das Bild abgetastet. Stück für Stück und von Mal zu Mal, bei jedem wiederholten Blick wird etwas Neues entdeckt, etwas was vorher noch nicht so sichtbar war und wahrgenommen wurde. Dinge und Inhalte, welche beim ersten Blick aus der Distanz verborgen geblieben sind.

Nähe ist wichtig. Überall und in allem. Man muss sie nur wahrnehmen und wollen.

Das ganze Leben ist eine Entdeckungsreise. Symbolisch sind auch diese Bilder zu betrachten. Durch eine individuelle und einzigartige subjektive Sichtweise, von Bild zu Bild, von Detail zu Detail, werden dem Betrachter die Werke ganz nahegebracht. Dann oder dadurch kommt man vielleicht in Zukunft zu einer anderen Beurteilung als zuvor. Erst aus der Nähe nehmen wir vieles wahr, was uns aus der Distanz verborgen bleibt. Dieses gilt dann nicht nur für den Bereich der Kunst.

Helmut Müller